Warum hat mein Wort einen schlechten Rang?
Du suchst ein Wort rund um die Küche, tippst Gabel und bekommst Rang 3.900. Dabei passt das Wort
doch. Oder du tippst bei einem Wort aus der Natur Bank und landest überraschend auf Rang 180,
obwohl du an eine Sitzbank gedacht hast und es um einen Fluss geht.
Beides sind keine Fehler. Es sind ganz normale Folgen davon, was ein Rang eigentlich misst. Wenn du die sieben Gründe dafür kennst, wird aus einem ärgerlichen Rang ein nützlicher Hinweis. Hier gehen wir sie mit dir der Reihe nach durch.
Was ein Rang eigentlich ist
Zuerst zur Technik, weil sie oft anders vermutet wird.
Jedes der 80.000 Wörter, die Kontexto kennt, hat eine Liste von Zahlen, eine Art Adresse auf einer Bedeutungskarte. Beim Bau der Spieldaten rechnen wir für jedes Rätsel einmal aus, wie nah alle diese Wörter am geheimen Wort liegen, sortieren sie und speichern die Reihenfolge.
Gezählt wird dein Platz unter den rund 51.000 gewerteten Wörtern: jedes Wort einmal in seiner Grundform. Gebeugte Formen zählen wie ihre Grundform. Nicht gewertet werden nur kleine Füllwörter wie Artikel, Fürwörter und Bindewörter, genau wie beim englischen Original. Rang 1 ist das geheime Wort, Rang 2 sein nächster Nachbar.
Daraus folgt etwas, das viele unterschätzen: Ein Rang ist immer ein Vergleich. Rang 340 heißt nicht „ziemlich nah“, sondern „339 Wörter sind näher dran“. Darunter sind gut hundert Alltagswörter, und da passen mehrere ganze Themen nebeneinander.
Grund 1: Nähe heißt „steht in denselben Sätzen“
Das Modell hat nie gelernt, was Dinge sind. Es hat gelernt, welche Wörter in denselben Sätzen stehen.
Gabel und Löffel liegen sehr nah beieinander, weil sie in echten Texten ständig zusammen
vorkommen. Gabel und Astgabel beschreiben beide etwas, das sich teilt, stehen aber in ganz
verschiedenen Texten. Deshalb liegen sie weit auseinander.
Der Rang beantwortet also nie die Frage „haben diese Dinge miteinander zu tun?“, sondern immer die Frage „stehen diese Wörter in denselben Sätzen?“. Wenn du dir das merkst, denkst du bei einem überraschenden Rang nicht mehr „das kann nicht sein“, sondern fragst dich, in welchen Texten dein Wort eigentlich vorkommt.
Grund 2: Wörter mit zwei Bedeutungen
Bank, Schloss, Strom, Ball, Kiefer: Jedes dieser Wörter hat zwei oder mehr Bedeutungen und
bekommt trotzdem nur eine einzige Adresse.
Das ergibt einen Kompromiss. Die Adresse von Bank liegt irgendwo zwischen Sitzbank und
Geldinstitut und gehört zu keinem der beiden Themen richtig. Geht es beim geheimen Wort um Geld,
bekommt Bank deshalb einen schlechteren Rang, als du erwartest, weil die Sitzbank es wegzieht.
Umgekehrt kann derselbe Effekt ein überraschend gutes Ergebnis bringen. Liegt ein Wort unerwartet weit vorne, frag dich: Welche zweite Bedeutung könnte gemeint sein? So kommst du manchmal in ein Thema, an das du gar nicht gedacht hast.
Grund 3: Gegenteile liegen nah beieinander
heiß und kalt stehen in fast denselben Sätzen. Ihre Umgebung ist fast gleich, also liegen sie
nah beieinander, also ist der Rang gut.
Für dich heißt das: Ein sehr guter Rang bedeutet „richtiges Thema“, nicht „gleiche Bedeutung“. Liegt
heiß auf Rang 6, ist die Lösung vielleicht kalt. Das kannst du nutzen: Hast du ein Wort ganz
vorne und kommst nicht weiter, probier als Nächstes sein Gegenteil.
Grund 4: Seltene Wörter sind ungenau
Wie genau die Adresse eines Wortes ist, hängt davon ab, wie oft es in den Trainingstexten vorkam. Ein Wort, das nur ein paar hundert Mal vorkam, hat eine Adresse, die eher geschätzt als gemessen ist.
Das betrifft im Deutschen besonders lange zusammengesetzte Wörter und Fachwörter. Das Modell setzt
sie zu einem großen Teil aus Buchstabenstücken zusammen, und dabei geht Genauigkeit verloren. Ein
schlechter Rang für Fahrradreparaturset sagt deshalb wenig darüber, ob das geheime Wort etwas mit
Fahrrädern zu tun hat.
Darum: Teste ein Thema nie mit einem einzigen langen Wort. Nimm kurze, häufige Wörter aus dem Thema.
Grund 5: Die Buchstabenfalle
Dieser Grund wirkt in die andere Richtung. Weil das Modell auch Buchstabenstücke mitzählt, können
Wörter mit vielen gleichen Buchstaben einen etwas besseren Rang bekommen, als ihre Bedeutung
verdient. Wachstum und Wachs, Ausland und Auslauf, Verkehr und verkehrt.
So kannst du das testen: Schneidet ein Wort auffällig gut ab, probier ein Wort mit derselben Bedeutung, aber ganz anderer Schreibweise. Liegt das auch vorne, stimmt das Thema wirklich. Bleibt es hinten, lag es an den Buchstaben. Mehr dazu in Komposita und Teilwörter.
Grund 6: Verb oder Hauptwort
Ein Grund, der im Deutschen oft zuschlägt und leicht übersehen wird: Ein Verb und das passende
Hauptwort sind für das Modell zwei verschiedene Wörter mit verschiedenen Nachbarn. Gebeugte Formen
wie läuft oder lief zählen bei Kontexto zwar wie ihre Grundform laufen. Aber laufen und
Lauf bleiben zwei eigene Wörter.
Besonders groß ist der Unterschied oft genau hier. arbeiten steht in Sätzen über Tätigkeiten,
Arbeit in Sätzen über Beruf, Wirtschaft und Zustände. Für uns gehören beide klar zusammen, ihre
Ränge können trotzdem um Tausende auseinanderliegen.
Für dich heißt das: Wirkt ein Wort inhaltlich richtig und liegt trotzdem schlecht, probier die andere Wortart desselben Stamms, bevor du das Thema aufgibst. Das geheime Wort ist immer eine Grundform: beim Verb die Form wie „laufen“, beim Hauptwort die Einzahl.
Grund 7: Das Wort ist zu allgemein
Der letzte häufige Fall ist der unangenehmste, weil er sich nicht wie ein Fehler anfühlt. Sehr
allgemeine Wörter wie Ding, Sache, Art oder Teil stehen in Texten über alles. Sie liegen
deshalb ungefähr in der Mitte der Karte, etwa gleich weit von allem entfernt.
Ohne unser Aufräumen der Bedeutungskarte wäre das sogar noch schlimmer: Dann lägen häufige Wörter bei jedem geheimen Wort weit vorne, und der Rang würde messen, wie gebräuchlich dein Wort ist, statt wie gut es passt. Deshalb rechnen wir die Häufigkeit vorher heraus, siehe All-but-the-Top. Die Folge ist, dass sehr allgemeine Wörter danach ziemlich zuverlässig im Mittelfeld landen.
Ein Rang um 3.000 für Sache verrät dir deshalb nichts über das geheime Wort. Er verrät dir nur
etwas über Sache.
So erkennst du den Grund
Sieben Gründe sind viel, wenn man mitten in einer Runde steckt. Meist reicht diese Übersicht:
| Was du siehst | wahrscheinlicher Grund | was du als Nächstes probierst |
|---|---|---|
| Das Wort hat zwei Bedeutungen | Die Adresse ist ein Kompromiss | die andere Bedeutung gezielt ansteuern |
| Das Wort ist selten oder ein Fachwort | ungenaue Adresse | ein gebräuchlicheres Wort aus dem Thema |
| Das Wort ist sehr allgemein | liegt in der Mitte der Karte | ein genaueres Wort aus dem Thema |
| Gutes Wort, schlechter Rang, Thema sonst gut | falsche Wortart | Verb statt Hauptwort oder umgekehrt |
| Nur ein Wort passt, alle Nachbarn nicht | gleiche Buchstaben | Synonym mit anderer Schreibweise testen |
Die letzte Zeile spart dir am meisten Versuche: Liegt Fischer gut, Kieme, Schuppe und Teich
aber nicht, kam der gute Rang von den Buchstaben und nicht vom Inhalt.
Was du aus einem schlechten Rang machst
Ein schlechter Rang ist kein verlorener Versuch. Er kann dir sogar sehr helfen.
- Er schließt eine Richtung eher aus. Rang 7.800 für
Zeitspricht deutlich gegen alles rund um Zeit und abstrakte Begriffe. Jedes Wort aus diesem Thema schließt er aber nicht automatisch aus. - Er schärft dein Gefühl. Landet dein sicherster Kandidat weit hinten, stand er offenbar nicht in denselben Sätzen. Daraus lernst du sofort etwas.
- Mehrere schlechte Ränge im selben Thema sind ein Signal zum Wechseln. Bringen mehrere gezielte Versuche keinen besseren Rang, probier ein ganz anderes Thema.
In einem Satz
Der Rang misst nicht, wie verwandt zwei Wörter für dich sind, sondern wie oft sie in echten deutschen Texten in derselben Umgebung stehen. Wenn du dir diesen Satz merkst, ärgerst du dich seltener und liest mehr aus deinen Versuchen heraus.
Wie das Vorgehen am Stück aussieht, zeigt Wenn du feststeckst. Die Technik dahinter erklären Worteinbettungen und Kosinus-Ähnlichkeit.