Über Kontexto
Ein tägliches Wortratespiel, bei dem nicht Buchstaben zählen, sondern Bedeutung. Wie es rechnet, welche Entscheidungen dahinterstehen und wer es baut.
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Was ist Kontexto?
Jeden Tag erscheint um Mitternacht ein neues geheimes Wort, und alle Spielenden suchen dasselbe. Du hast unbegrenzt viele Versuche, stehst unter keinem Zeitdruck und musst nirgendwo ein Konto anlegen. Das Spiel ist vollständig kostenlos, dein Spielstand wird ausschließlich lokal in deinem Browser gespeichert.
Im Unterschied zu buchstabenbasierten Spielen wie Wördle dreht sich Kontexto um Bedeutung: Je ähnlicher ein eingetipptes Wort dem Zielwort im sprachlichen Kontext ist, desto kleiner ist sein Rang. Rang 1 ist das Zielwort selbst, wer es eingibt, hat gewonnen. Wie sich Kontexto von verwandten Spielen abgrenzt, zeigt der große Spielvergleich.
Neben dem täglichen Einzelspiel gibt es einen Unendlich-Modus für zusätzliche Partien, ein Duell gegen Freunde und einen Koop-Modus mit geteilter Rateliste. Alle Mehrspieler-Modi laufen über einen geteilten Link, ohne Anmeldung.
Wie die Ähnlichkeit entsteht
Grundlage sind fastText-Worteinbettungen, ein von Meta AI Research entwickeltes Verfahren, dessen deutsches Modell auf Common Crawl und der deutschen Wikipedia trainiert wurde. Jedes Wort wird dabei auf einen Vektor aus 300 Zahlen abgebildet. Je ähnlicher zwei Wörter in ihrem sprachlichen Kontext auftreten, desto näher liegen ihre Vektoren im Vektorraum beieinander.
Die Reihenfolge der Ränge ergibt sich aus der Kosinus-Ähnlichkeit zwischen dem Vektor deines Worts und dem des Zielworts. Es zählt also die Bedeutung im Kontext, nicht die Schreibweise: „Hund“ liegt nah bei „Katze“ oder „Haustier“, aber weit von „Hundert“, obwohl „Hundert“ dieselben Anfangsbuchstaben hat.
Ein Zwischenschritt ist dabei entscheidend: Rohe Wortvektoren tragen einen gemeinsamen Drift, der vor allem Worthäufigkeit kodiert. Ohne Korrektur lägen häufige Allerweltswörter bei jedem beliebigen Zielwort weit vorne, und der Rang würde messen, wie gebräuchlich dein Wort ist statt wie passend. Kontexto entfernt diesen Anteil vorab, siehe All-but-the-Top: warum wir die Wortvektoren entzerren.
Zur Laufzeit rechnet das Spiel nichts. Alle Ränge sind vorberechnet, ein Rateversuch ist ein Tabellenzugriff. Der vollständige Weg vom Sprachmodell zum fertigen Rätsel steht in Wie das Lösungswort entsteht.
Drei Entscheidungen, die das Spiel prägen
Unbegrenzte Versuche. Bei einem Buchstabenspiel wäre ein Limit eine faire Härte, weil jeder Zug den Suchraum berechenbar verkleinert. Bei einem Bedeutungsspiel misst eine einzelne Eingabe nur eine Entfernung, aus der keine Richtung folgt. Ein Limit würde deshalb überwiegend messen, wie nah der eigene Assoziationsraum zufällig am Zielwort liegt.
Ein Wort pro Tag für alle. Das macht aus einem Einzelspiel ein gemeinsames. Der Preis dafür ist, dass es kein durchsuchbares Archiv vergangener Lösungen gibt.
Kein Konto. Für ein Spiel, das sofort ohne Registrierung beginnen soll, wäre eine zusätzliche Anmeldung eine unnötige Hürde. Dafür hängen Streak und Statistik an dem Browser, in dem du spielst. Alle drei Punkte samt ihrer Nachteile stehen ausführlich in Warum Kontexto unbegrenzte Versuche hat.
Wo das Spiel an Grenzen stößt
Das Modell bildet ab, wie über Dinge geschrieben wird, nicht wie sie sind. Daraus folgen drei Eigenheiten, die regelmäßig überraschen und die wir offen benennen, statt sie zu kaschieren.
Gegenteile liegen nah beieinander, weil „heiß“ und „kalt“ in identischen Sätzen stehen. Mehrdeutige Wörter wie „Bank“ bekommen einen einzigen Kompromissvektor, der zu keiner ihrer Bedeutungen richtig gehört. Und weil fastText Wörter zusätzlich in Zeichenfolgen zerlegt, kann Buchstabenähnlichkeit einen kleinen Effekt haben, wo inhaltlich keiner besteht. Was das beim Spielen bedeutet, erklärt Warum hat mein Wort einen schlechten Rang?
Warum es das Spiel gibt
Kontexto soll zeigen, wie dicht die deutsche Sprache vernetzt ist, spielerisch, täglich und für alle frei zugänglich. Jede Partie ist ein kleines Training für das eigene Sprachgefühl: Du erkundest Bedeutungsfelder, entdeckst überraschende Verbindungen zwischen Wörtern und verstehst nebenbei, woran ein Sprachmodell Bedeutung festmacht.
Dass das Spiel von Grund auf für das Deutsche gebaut ist, hat einen sachlichen Grund: Bedeutungsnähe ist sprachspezifisch. Ein englisches Modell weiß, was neben „vacation“ steht, nicht was neben „Urlaub“ steht. Dazu kommen deutsche Eigenheiten wie die unbegrenzte Wortzusammensetzung und die Großschreibung, die bei der Auswahl der Lösungswörter erhebliche Folgen hat.
Wer dahintersteht
Kontexto ist ein unabhängiges Projekt aus Deutschland, werbefrei und für alle kostenlos. Entwickelt und gepflegt wird es von Ugur Aydogan, ohne Verlag im Rücken. Er beschäftigt sich mit Worteinbettungen und natürlicher Sprachverarbeitung und schreibt im Blog über die Technik und Strategie hinter dem Spiel.
Ein erheblicher Teil dessen, was heute funktioniert, geht auf Rückmeldungen zurück. Dass keine Eigennamen mehr als Lösung erscheinen, dass anstößige Wörter gesperrt sind und dass alte Rechtschreibvarianten keine unfairen Rätsel mehr erzeugen: alle drei Änderungen entstanden, weil jemand geschrieben hat. Nachzulesen im Changelog.
Das Projekt läuft seit März 2026 und wird seitdem laufend weiterentwickelt, nicht einmal gebaut und dann liegen gelassen. Aus dem ursprünglichen Tagesrätsel sind über die Monate der Unendlich-Modus, das Duell, der Koop-Modus und Wördle samt eigenem Duell geworden; die Auswahl der Lösungswörter wurde einmal vollständig neu gebaut, die Bedienung mit Tastatur und Screenreader nachgezogen. Der Changelog hält jede dieser Änderungen mit Datum fest, auch die zurückgenommenen: Ein Archiv vergangener Lösungen und eine Sternebewertung gab es kurzzeitig und wurden wieder entfernt, weil beide mehr Probleme schufen als lösten.
Die Texte auf dieser Seite, im Glossar und im Blog stammen aus derselben Hand wie der Code, und die Zahlen darin sind gemessen, nicht geschätzt. Wo eine Behauptung auf einer Auswertung beruht, steht die Methode dabei, nachzulesen unter Kontexto in Zahlen. Wer prüfen will, wer hier schreibt: Die Profile bei GitHub und LinkedIn sind in der Fußzeile jeder Seite verlinkt, die Anbieterangaben stehen im Impressum.
Wie das Spiel finanziert wird
Kontexto ist kostenlos und soll es bleiben. Es gibt keine Bezahlschranke, keinen Abo-Bereich und keine Funktion, die hinter einer Zahlung liegt. Es gibt auch keine Werbung: Kein Werbenetzwerk lädt auf diesen Seiten, und es entstehen keine Werbe- oder Trackingcookies.
Wer das Projekt unterstützen möchte, kann das über Ko-fi tun, über den Knopf „Unterstützen“. Das ist freiwillig, schaltet nichts frei und ändert nichts am Spiel. Aufgedrängt wird es nicht: Es öffnet sich nichts von selbst, und nach einer gelösten Runde steht nur eine ruhige Zeile unter dem Ergebnis. Verkauft werden weder Daten noch Adressen, und es gibt keine Newsletter-Liste, in die man versehentlich geraten könnte. Was genau erhoben wird, steht in der Datenschutzerklärung.
Datenschutz und Kontakt
Kontexto setzt Werbe- und Trackingcookies nur mit deiner Einwilligung. Die eingetippten Wörter werden zur Rangberechnung an den Server geschickt und nicht personenbezogen gespeichert. Es gibt keine Nutzerkonten und keine wiedererkennbaren Profile. Alle Details stehen in der Datenschutzerklärung.
Anregungen, Fehlermeldungen und Hinweise auf ungeeignete Lösungswörter sind ausdrücklich willkommen. Die Wege dorthin stehen auf der Kontaktseite, die Anbieterangaben im Impressum.