31 Tage Spielverhalten: am Wochenende wird deutlich besser geraten
Für 31 aufeinanderfolgende Tage liegen zwei Zahlen je Tag vor: wie viele Wörter eingegeben wurden und wie viele Rätsel gelöst wurden. Beides serverseitig gezählt, beides offen einsehbar unter Kontexto in Zahlen.
Aus diesen 62 Zahlen lässt sich etwas ablesen, das man beim Spielen nicht merkt: Am Wochenende spielen deutlich weniger Leute, aber die, die spielen, brauchen erheblich weniger Versuche.
Die Gesamtbilanz der 31 Tage
In diesem Zeitraum wurden 391.300 Rateversuche eingegeben und 4.700 Rätsel gelöst. Das sind 83,3 Versuche je Lösung, etwas besser als der Allzeitwert von 85,1.
Die Tage streuen dabei erheblich: Der ruhigste kam auf 5.000 Rateversuche, der stärkste auf 20.900. Das ist mehr als das Vierfache, und die Verteilung ist nicht zufällig.
Werktag gegen Wochenende
Fasst man die 31 Tage nach Wochentagen zusammen, ergibt sich ein klares Bild:
| | Rateversuche je Tag | Lösungen je 1.000 Versuche | Versuche je Lösung | |---|---|---|---| | Werktag | 14.168 | 11,6 | 85,9 | | Wochenende | 8.844 | 13,4 | 74,4 |
Am Wochenende fällt die Aktivität um rund 38 Prozent. Gleichzeitig steigt die Ausbeute: Aus 1.000 Rateversuchen werden am Wochenende 13,4 Lösungen statt 11,6, und die durchschnittliche Partie braucht 74,4 statt 85,9 Versuche. Das sind gut 13 Prozent weniger.
Auf Wochentagsebene wird der Unterschied noch deutlicher. Der Sonntag ist mit 15,4 Lösungen je 1.000 Versuchen der mit Abstand effizienteste Tag, der Freitag mit 10,5 der schwächste:
| Tag | Rateversuche | Lösungen je 1.000 | |---|---|---| | Montag | 11.600 | 12,9 | | Dienstag | 14.200 | 12,4 | | Mittwoch | 14.825 | 12,7 | | Donnerstag | 15.080 | 11,2 | | Freitag | 14.760 | 10,5 | | Samstag | 9.080 | 12,8 | | Sonntag | 8.550 | 15,4 |
Die Spannweite zwischen den Tagen
Bevor die Wochentage ins Bild kommen, lohnt ein Blick auf die rohe Streuung, denn sie ist größer, als der Wochenrhythmus allein erklärt.
Der stärkste Tag im Zeitraum war Mittwoch, der 12. August, mit 20.900 Rateversuchen. Der schwächste war Sonntag, der 26. Juli, mit 5.000. Das ist ein Verhältnis von 4,2 zu 1, bei einem Median von 13.300.
Noch weiter auseinander liegt die Ausbeute: Die Lösungen je 1.000 Rateversuchen schwanken zwischen 7,1 und 20,5, also fast um den Faktor drei. Der Wochentag erklärt davon nur einen Teil. Der größere Teil geht auf das Zielwort selbst zurück.
Das ist die wichtigste Einschränkung dieser ganzen Auswertung und gehört an den Anfang, nicht in eine Fußnote: Jeder Tag hat genau ein Rätsel für alle. Ein leichtes Zielwort hebt die Quote des gesamten Tages, ein sperriges drückt sie. Bei 31 Tagen sind das 31 Stichproben von je einem Rätsel, und die Schwierigkeit dieser Rätsel ist nicht gleichverteilt, sondern zufällig gezogen.
Der Wochenendeffekt hält dieser Einschränkung trotzdem stand, weil er nicht an einzelnen Tagen hängt: Samstag und Sonntag liegen beide über dem Werktagsschnitt, und der Abstand zwischen den Gruppen ist größer als die Streuung innerhalb der Werktage. Ein einzelnes leichtes Wochenendrätsel könnte das nicht erzeugen. Vier bis fünf Wochenenden könnten es allerdings gemeinsam, und genau deshalb steht unten der Abschnitt über die Grenzen.
Drei Erklärungen, und was für sie spricht
Die Zahlen sagen, dass es so ist, nicht warum. Drei Erklärungen liegen nahe, und sie schließen sich nicht aus.
Die Aufmerksamkeit. Kontexto ist kein Spiel, das nebenbei funktioniert. Wer während der Arbeit zwischendurch fünf Wörter eingibt und dann eine halbe Stunde nichts, verliert den Faden: Das Muster aus vier oder fünf Rängen, aus dem die Richtung entsteht, muss man im Kopf haben. Am Wochenende sitzt man eher am Stück davor. Dass der Donnerstag und der Freitag am schwächsten abschneiden, passt dazu, das sind erfahrungsgemäß die vollsten Arbeitstage.
Die Zusammensetzung der Spielenden. An einem Werktag ist ein größerer Teil der Eingaben Gelegenheitsspiel: kurz reingeschaut, drei Wörter probiert, weitergezogen. Diese abgebrochenen Partien erzeugen Rateversuche ohne Lösung und drücken die Quote. Am Wochenende ist der Anteil derer höher, die sich bewusst hinsetzen.
Das Zielwort selbst. Jedes Rätsel hat seine eigene Schwierigkeit, und über 31 Tage ist das nicht ausgemittelt. Ein einzelner besonders sperriger Freitag kann den Wochentagsschnitt spürbar ziehen. Das ist die Erklärung, die am ehesten für Zufall spricht, und sie lässt sich mit 31 Tagen nicht ausschließen.
Was das für dich praktisch heißt
Der brauchbare Schluss ist nicht „spiel nur sonntags“. Er ist konkreter.
Spiel am Stück, nicht in Häppchen. Der Unterschied zwischen 74 und 86 Versuchen entsteht vermutlich genau dort. Wer eine Partie über acht Stunden verteilt, fängt bei jedem Wiedereinstieg gedanklich neu an und probiert Felder, die er längst ausgeschlossen hatte.
Wenn du unterbrechen musst, notiere die Richtung. Ein Satz reicht: „Feld Küche, bestes Wort Herd auf 140, Möbelrichtung ausgeschlossen.“ Damit kostet der Wiedereinstieg keine fünf Züge.
Nutze, dass das Rätsel bis Mitternacht offen bleibt. Es gibt keinen Grund, eine Partie unter Zeitdruck zu Ende zu bringen. Wer merkt, dass er im falschen Feld steckt und gerade keinen Kopf dafür hat, verliert nichts, wenn er später mit klarem Blick zurückkommt.
Warum diese Zahlen überhaupt existieren dürfen
Eine Auswertung nach Wochentagen klingt nach Nutzerverfolgung, und es lohnt sich zu zeigen, dass sie hier keine ist.
Gezählt wird ausschließlich serverseitig, in den Handlern, die einen Rateversuch oder eine Lösung verarbeiten. Erhöht wird dabei ein Tageszähler, nichts weiter. Es entsteht kein Ereignis mit Zeitstempel je Person, keine Sitzung, keine Kennung. Aus den Daten, die dieser Auswertung zugrunde liegen, ließe sich keine einzelne Partie rekonstruieren, selbst wenn jemand es versuchte.
Genau deshalb kann dieser Beitrag zwei Fragen nicht beantworten, die naheliegen. Erstens: Spielen am Wochenende dieselben Personen besser, oder spielen andere Personen? Zweitens: Wie lange dauert eine Partie in Minuten? Beides bräuchte eine Zuordnung über die Zeit, und die gibt es nicht.
Was stattdessen möglich ist, sind Summen und deren Verhältnisse. Das reicht für die Aussage dieses Beitrags und ist die Grenze dessen, was ohne Nutzerprofile geht. Die Entscheidung dafür ist beschrieben in den redaktionellen Grundsätzen, die technische Umsetzung samt der Aufbewahrungsfrist von 35 Tagen für Rohdaten in der Datenschutzerklärung.
Ein Nebeneffekt dieser Bauweise ist übrigens, dass die veröffentlichten Zahlen stabil bleiben. Weil nichts nachträglich aus Einzelereignissen neu berechnet wird, sondern Tagessummen fortgeschrieben werden, ändert sich ein einmal veröffentlichter Wert nicht mehr. Wer diesen Beitrag in einem Jahr liest, findet dieselben 391.300 Rateversuche für denselben Zeitraum.
Grenzen dieser Auswertung
31 Tage sind vier bis fünf Wochenenden. Das reicht für einen deutlichen Hinweis und nicht für einen Nachweis. Ein saisonaler Effekt, eine einzelne besonders leichte Woche oder ein Ausreißer bei den Zielwörtern können die Wochentagswerte spürbar bewegen.
Ebenfalls nicht messbar mit diesen Daten: ob dieselben Personen am Wochenende besser spielen oder ob schlicht andere Personen spielen. Es gibt keine Nutzerkennung und keine Sitzungsverfolgung, die Zahlen sind reine Tagessummen. Warum das so gebaut ist, steht in der Datenschutzerklärung, die Methodik der Zählung in den redaktionellen Grundsätzen.
Wie die 85 Versuche je Lösung insgesamt zustande kommen und warum der Mittelwert dabei in die Irre führt, steht in Wie viele Versuche sind normal?.