Grundlagen, 15. August 2026, aktualisiert am 15. September 2026, 6 Min. Lesezeit

von Ugur Aydogan

Wie viele Versuche sind normal? 868.000 Rateversuche ausgewertet

Nach einer langen Runde fragen sich viele: Bin ich zu schlecht für dieses Spiel? Die Antwort lag seit dem Neustart im Juni in unserer Datenbank, wir haben sie nur nie gezeigt. Das holen wir hier nach, und eins vorweg: Du bist mit großer Wahrscheinlichkeit völlig normal.

Alle Zahlen unten stammen aus unserem veröffentlichten Datenstand der Zählung auf dem Server, vom 8. Juni bis zum 15. August 2026. Darin stecken keine Profile, keine Zuordnung zu Personen und keine Sitzungen, sondern nur Summen pro Tag und Aktion. Die Werte sind gerundet.

Die Antwort auf die Frage im Titel

85 Versuche pro gelöstem Rätsel. Das ist der Durchschnitt aus 868.000 Versuchen und 10.200 gelösten Runden.

Hast du 60 Wörter eingegeben, liegst du also unter diesem Durchschnitt. Bei 120 liegst du darüber. Ob das für eine einzelne Runde normal ist, lässt sich daraus aber nicht ablesen. Ein Durchschnitt von 85 kann aus sehr unterschiedlichen Runden entstehen, und wie sich die Runden verteilen, speichern wir nicht.

Den Median, also den Wert genau in der Mitte, können wir dir deshalb nicht nennen. Wir zählen nur Summen pro Tag, keine einzelnen Runden. Bei solchen Spielen liegt der Median meist unter dem Durchschnitt, weil einige sehr lange Runden den Schnitt nach oben ziehen. Das ist aber eine Erfahrung aus ähnlichen Fällen und keine Messung.

Alle Zahlen auf einen Blick

KennzahlWert
Versuche868.000
gelöste Rätsel10.200
aufgegebene Rätsel4.100
genutzte Tipps45.500
erstellte Runden mit anderen370

Spannender als die einzelnen Zahlen sind drei Verhältnisse.

71 Prozent der beendeten Runden werden gelöst. Auf zehn beendete Runden kommen sieben Lösungen und drei, bei denen jemand aufgegeben hat. Runden, die angefangen und dann einfach liegen gelassen wurden, zählen hier nicht mit, die erfassen wir nicht.

Auf jede gelöste Runde kommen 4,5 Tipps. Das hat uns am meisten überrascht. Der Tipp ist also keine Notbremse für seltene Fälle, sondern ein ganz normaler Teil des Spiels. Umso mehr lohnt es sich zu wissen, wie die drei Stärken rechnen: „Leicht“ halbiert deinen besten Rang, „mittel“ zeigt dir eher eine Richtung. Die Details stehen in Die Tipp-Funktion.

Auf rund 28 gelöste Einzelrunden kommt eine Runde mit anderen. Duell und Koop spielen also deutlich weniger Leute. Das ist nicht überraschend, denn dafür braucht man jemanden zum Mitspielen.

Was die Leute wirklich eintippen

Noch spannender ist, welche Wörter Menschen wählen. Die zehn häufigsten Eingaben im ganzen Zeitraum:

PlatzWortEingaben
1haus5.500
2mensch4.700
3tier4.600
4essen4.300
5wasser4.100
6auto4.000
7schule3.600
8sport3.300
9arbeit3.100
10geld2.800

Dahinter geht es ähnlich weiter: natur, baum, leben, land, liebe, urlaub, sonne, familie, beruf, kind. Erst weiter unten kommen die ersten Verben: laufen, lernen, trinken, gehen, fahren.

Das Muster ist deutlich: Unter den 100 häufigsten Wörtern sind vor allem kurze Hauptwörter für Dinge, Orte und Lebensbereiche. Verben und Adjektive kommen seltener und weiter hinten vor. Was sich einzelne Spielende dabei gedacht haben, können wir aus Tagessummen natürlich nicht ablesen.

Warum das Versuche kostet

Genau diese Gewohnheit kostet Versuche, und das lässt sich messen.

Für 2.400 Rätsel haben wir ausgerechnet, welchen Rang beliebte Startwörter jeweils bekommen hätten. Das Ergebnis: Verben schlagen Hauptwörter deutlich. gehen bringt in 13,2 Prozent der Rätsel einen Rang unter 1500, sehen in 11,0 Prozent. Das meistgetippte Wort überhaupt, haus, schafft 7,8 Prozent. Und wasser, Platz fünf der Beliebtheit, nur 2,6 Prozent.

Die drei beliebtesten Eingaben schneiden also alle schlechter ab als das beste gemessene Wort, und tier landet sogar im hinteren Sechstel aller getesteten Wörter. Die ganze Auswertung und wie wir gemessen haben, steht im Startwort-Test.

Kontexto spielt man unter der Woche

Wir hatten erwartet, dass ein Rätsel ohne Zeitdruck vor allem am Wochenende gespielt wird. Über 31 Tage gemessen ist es genau umgekehrt.

WochentagVersuche im Schnitt
Donnerstag15.100
Mittwoch14.800
Freitag14.800
Dienstag14.200
Montag11.600
Samstag9.100
Sonntag8.600

Am Sonntag wird nur gut halb so viel geraten wie am Donnerstag, knapp 57 Prozent. Der Rückgang beginnt am Samstag und hält bis Montagmittag an, danach steigt es über die Woche wieder.

Vielleicht passt das Spiel einfach gut in kurze Pausen im Alltag: Kaffee, Bahnfahrt, Mittagspause. Beweisen können unsere Zahlen das aber nicht. Für uns heißt es trotzdem: Wichtiger als ein besonderes Wochenend-Thema ist, dass jeden Tag um Mitternacht zuverlässig ein neues Rätsel da ist.

Warum der Durchschnitt in die Irre führt

85 Versuche pro Lösung ist die Zahl, die am häufigsten zitiert wird, und sie sagt am wenigsten aus. Das liegt daran, wie unterschiedlich Runden verlaufen.

Zwei Verläufe kennt jeder: Wer früh das richtige Thema trifft, kommt mit wenigen Richtungswechseln aus. Wer zuerst danebenliegt, braucht viele zusätzliche Versuche. Wie viele Runden zu welchem Verlauf gehören und wie viele Versuche ein Themenwechsel kostet, zeigen unsere Tageszahlen aber nicht.

Ein Durchschnitt über so unterschiedliche Runden beschreibt keine einzelne davon. Liegst du deutlich unter oder über 85, sagt das deshalb noch nichts darüber, wie gut du spielst.

Für dich persönlich ist eine andere Zahl spannender als die Gesamtzahl: der Versuch, bei dem dein bester Rang zum ersten Mal unter 1.500 fällt. Bis dahin suchst du, danach arbeitest du gezielt. Diese Zahl erfassen wir auf dem Server nicht, und die Gesamtzahl hängt außerdem stark davon ab, wie schwer das geheime Wort ist.

Was die 71 Prozent bedeuten

Auch die zweite oft genannte Zahl braucht eine genaue Erklärung: 71 von 100 beendeten Runden werden gelöst. Das klingt, als würden 29 Prozent scheitern. Es beschreibt aber nur, wie sich die zwei Arten verteilen, eine Runde zu beenden: lösen oder aufgeben.

Wie viele Runden gestartet, abgebrochen, auf einem anderen Gerät weitergespielt oder offen gelassen wurden, zählen wir nicht. Deshalb lässt sich daraus weder ablesen, wie viele Starts zu einer Lösung führen, noch warum jemand aufhört. Nützlich ist die Zahl trotzdem: Sie zeigt offen, wie sich die gezählten Abschlüsse in diesem Datenstand verteilen.

Wie diese Zahlen entstehen

Damit du die Angaben nachvollziehen kannst, gehört dazu, woher sie kommen. Gezählt wird nur auf unserem Server, genau dort, wo ein Versuch, ein Tipp oder eine Auflösung ankommt. Nichts davon meldet dein Browser selbst, denn eine Zahl aus dem Browser könnte man beliebig fälschen.

Gespeichert werden nur Summen, keine einzelnen Ereignisse, die zu dir führen. Es gibt keine Aufzeichnung von Sitzungen, keine Nutzerkennung und keine Möglichkeit, aus den Zahlen eine einzelne Runde nachzubauen. Die veröffentlichte Datei erzeugt ein Skript, und das Datum des Datenstands steht auf der Seite Kontexto in Zahlen gleich daneben. Dort erklären wir auch, warum wir auf Hunderter oder eine Nachkommastelle runden.

Was wir bewusst nicht messen

Zum Verständnis gehört auch, was fehlt.

Es gibt keine Verteilung der Versuche, keinen Median, keine Angabe, wie lange eine Runde dauert, und keine Auswertung nach Gerät oder Herkunft. Der Grund ist, wie wir zählen: Summen pro Tag und Aktion, nicht Runden pro Person. Für eine Verteilung müssten wir einzelne Runden speichern, und das tun wir nicht.

Auch die Wortliste oben ist nur eine Tabelle aus Wort und Anzahl. Sie weiß nicht, wer ein Wort eingegeben hat, wann oder in welcher Runde. Man sieht also, was gespielt wird, aber nichts über einzelne Spielende.

Alle Zahlen samt der Liste der 100 häufigsten Wörter findest du unter Kontexto in Zahlen. Sie werden mit jedem neuen Datenstand neu erzeugt.